Felsformation Stiefel bei St. Ingbert

<div>Nur knapp zehn Kilometer von&nbsp;<a href="https://mobil.deutschebahn.com/region/west/saarbruecken">Saarbrücken</a>&nbsp;entfernt liegt St. Ingbert, das vor allem für ein Naturdenkmal bekannt ist: den Stiefel. Dabei handelt es sich um eine auffällige Felsformation auf der Spitze des Großen Stiefels, einem 398 Meter hohen, bewaldeten Berg im Südwesten von St. Ingbert.&nbsp;</div><h3>Relikte aus der Steinzeit</h3><div>Zwischen Rentrisch und Sengscheid, zwei von insgesamt fünf Stadtteilen von St. Ingbert, finden Wanderer und Spaziergänger diesen Buntsandsteinfelsen, der vor etwa 250 Millionen Jahren entstanden sein soll und dem Wind und Wasser seine außergewöhnliche Form gegeben haben. Das Gebilde erinnert an einen umgedreht in den Boden gesteckten Stiefel mit Absatz. Einen sehr großen Stiefel: Sechs Meter misst der Fels im Umfang.</div><div>&nbsp;</div><div>Auf dem Großen Stiefel bei St. Ingbert wurden Relikte wie Steinklingen, Pfeilspitzen und Mahlsteine gefunden. Sie weisen darauf hin, dass sich schon in der Steinzeit immer wieder Menschen an diesem Ort im heutigen&nbsp;<a href="https://mobil.deutschebahn.com/region/west/saarpfalz-kreis">Saarpfalz-Kreis</a>&nbsp;aufgehalten haben. In keltischer Zeit haben religiöse Anhänger den markanten Felsen als Kultstätte genutzt. Zum modernen Wahrzeichen von St. Ingbert wurde der Stiefel-Felsen auch durch einen Saarbrücker Grafiker. Ihm diente die Form des Felsens als Vorlage für „Ingo“, ein Maskottchen, das für die Stadt im Saarland warb.</div><h3>Der Stiefel von St. Ingbert als Wanderziel</h3><div>Heute ist das Naturdenkmal auf dem Hausberg von St. Ingbert vor allem ein lohnendes Wanderziel. Vom Bahnhof dauert es etwa eine Stunde und 15 Minuten bis zum Plateau am Gipfel. Neben kürzeren, regionalen Wegen führt auch der 275 Kilometer lange Saarland-Rundwanderweg direkt am Stiefel-Felsen vorbei. Entlang dieser Pfade reihen sich noch weitere versteinerte Zeitzeugen aus vergangenen Zeiten. Gleich neben dem Stiefel befindet sich der Teufelstisch: ein drei Meter hoher Felsbrocken, der der Sage nach einem menschenfressenden Riesen als Esstisch gedient hat. Das Stiefler Schloss, wie die Mauerreste einer mittelalterlichen Grenzanlage am Großen Stiefel genannt werden, gehört zu den ältesten Burgen Deutschlands.</div><div>&nbsp;</div><div>Dass der Große Stiefel und die Gegend um St. Ingbert Naturliebhaber und Wanderer anlockt, dafür sorgt auch der Pfälzerwald-Verein, der sich nicht nur um die Erhaltung des Wegenetzes kümmert, sondern auch die Stiefel-Hütte bewirtschaftet. Die urige ehemalige Jagdhütte mit gemütlicher Außenterrasse hat in den warmen Monaten Mittwochnachmittag und sonntags geöffnet. Vereinsmitglieder tischen dort Gerichte wie Wildgulasch oder Käsespätzle auf.</div>