Rheingrafenstein, Bad Münster am Stein

<div>Der Teufel soll die Burg Rheingrafenstein erschaffen haben, die heute als Ruine auf Bad Münster am Stein-Ebernburg schaut. Vielleicht trauten die Schöpfer dieser Legende es irdischen Wesen nicht zu, auf dem steilen Felsen an der Nahe so eine stattliche Festung zu errichten. In jedem Fall hatten die Rheingrafen, die die Burg im 11. Jahrhundert bauen ließen, 150 Meter über Stadt und Fluss einen beeindruckenden Standort gewählt.</div><h3>Wiederaufbau der Burg Rheingrafenstein</h3><div>Wanderern, die sich von der Innenstadt am anderen Nahe-Ufer aus zum Rheingrafenstein aufmachen, begegnet eine weitere Legende: Französische Truppen hatten die Burg im Dreißigjährigen Krieg zerstört. Als wenige Jahrzehnte später die Stadt Bad Münster am Stein gegründet wurde, waren die Stadtväter angeblich bestrebt, die Burg Rheingrafenstein wieder aufzubauen. Um Baumaterial dorthin zu transportieren, wurde eine Fähre benötigt, die bis heute in Betrieb ist. So zumindest erzählt Fährmann Hans-Joachim Gellweiler die Geschichte seinen Fahrgästen, die gespannt zuhören, aber vor allem ob der Antriebstechnik fasziniert sind. Gellweiler zieht sein Boot nämlich händisch an einem Seil von Ufer zu Ufer und steuert damit die laut dem örtlichen Verkehrsverein&nbsp;<a href="http://hajos-faehre.de/">einzige Handfähre Südwestdeutschlands</a>. Am ersten Freitag im Monat wandelt er das Boot vom Transportmittel zum Treffpunkt um und lädt zur Weinprobe an Bord ein.</div><h3>Entlang des Salinenwegs zum Rheingrafenstein</h3><div>In der Saison von Mai bis Oktober nutzen vor allem Kurgäste und Wanderer die Fähre, um sich zum etwa halbstündigen Aufstieg zur Ruine auf dem Rheingrafenstein aufzumachen. In der Winterzeit führt der Weg dorthin über die Speckerbrücke. Neben den Überresten der Burgmauern ist es vor allem der Ausblick auf das Nahetal sowie&nbsp;<a href="https://mobil.deutschebahn.com/region/west/rheinland/bad-muenster-am-stein-ebernburg">Bad Münster am Stein-Ebernburg</a>, für den sich die Anstrengung lohnt. Ausdauernde Wanderer binden die kurze Etappe auf den Rheingrafenstein in den ausgeschilderten Salinenweg ein. Die 16 Kilometer lange Runde führt am nahen Rotenfels vorbei, der als höchste Steilwand zwischen Alpen und Skandinavien gilt.&nbsp;</div><div>&nbsp;</div><div>Seit 2017 gehört die Doppelgemeinde Bad Münster am Stein-Ebernburg als Stadtteil zu Bad Kreuznach. Bekannt ist die Gegend für seine&nbsp;<a href="Link: https://mobil.deutschebahn.com/region/west/rheinland/salinen-bad-kreuznach">Salinen bzw. Gradierwerke</a>. Das sind bis zu zehn Meter hohe und teilweise über 100 Meter lange, mit Schwarzdornhecken gefüllte, aufgestellte Wände, die früher zur Salzgewinnung genutzt wurden. Heute sind diese besonders beliebt bei Kurgästen: Läuft Sole durch die Aufbauten, entsteht eine meeresähnliche Luft, die vor allem Menschen mit Atemproblemen guttut.</div>