Alter Friedhof, Gießen

<div>Jahrhundertealte Baumbestände, historische Grabsteine und weitläufige Grünflächen: Der Alte Friedhof der hessischen Stadt Gießen ist seit vielen Jahren mehr Parkanlage als Friedhof.&nbsp;</div><div>&nbsp;</div><div>Der Alte Friedhof liegt östlich der Gießener Innenstadt am Nahrungsberg entlang der Licher Straße. Sei es zum Picknicken, für ausgedehnte Spaziergänge oder einfach nur für ein paar ruhige Minuten: Vor allem im Frühling, wenn die ersten Blumen blühen, und im Sommer – dann oft im Schatten der großen Bäume – verbringen viele Gießener ihre Freizeit auf dem Alten Friedhof.&nbsp;</div><h3>Gräber berühmter Persönlichkeiten auf dem Alten Friedhof</h3><div>Angelegt wurde der Alte Friedhof um das Jahr 1530, zuvor hatte man die Toten zentral in der Stadt nahe der ehemaligen Gießener Stadtkirche begraben. Durch die Stadterweiterung unter der Leitung von Landgraf Philipp dem Großmütigen wurde der Alte Friedhof in eine Lage außerhalb der damaligen Stadtmauern von Gießen verlegt. Ein Grund dafür war vor allem das Wachstum der Stadt – diesem sollte der Friedhof nicht im Weg stehen.&nbsp;</div><div>&nbsp;</div><div>Auf dem Friedhof liegen viele Persönlichkeiten begraben, die einen wichtigen Beitrag zum Stadt- und Universitätsleben der Stadt Gießen leisteten. Der berühmteste unter ihnen ist Wilhelm Conrad Röntgen (1845–1923). Wegweiser führen Besucher zum Grab seiner Familie, in welchem auch seine Eltern und seine Frau bestattet sind. Auch Georg Haas, der Erfinder der Dialyse, und Elias Metschnikow, der im Jahr 1906 den Medizinnobelpreis erhielt, sind auf dem Alten Friedhof von Gießen begraben.&nbsp;<br><br>Seit 1993 finden keine Bestattungen mehr auf dem Alten Friedhof am Nahrungsberg von Gießen statt. Eine Ausnahme sind Angehörige von Familien, die ein Familiengrab auf dem Alten Friedhof besitzen.&nbsp;</div><h3>Friedhofskapelle am Alten Friedhof von Gießen</h3><div>Die Friedhofskapelle auf dem Alten Friedhof wurde von Stadtbaumeister Johannes Ebel zum Hirsch in den Jahren von 1623 bis 1625 erbaut. 1840 stürzte die Kapelle ein und wurde anschließend vom Gießener Professor Hugo von Ritgen wiederaufgebaut und um ein Stockwerk im Fachwerkstil erweitert. Die Kapelle steht in der Nordecke des Friedhofs im ältesten Teil der ursprünglichen Anlage. Besuchern fällt sie sofort ins Auge, wenn sie den Alten Friedhof von Gießen durch den Haupteingang an der Licher Straße betreten. Heute wird die Kapelle von der evangelischen Luthergemeinde genutzt. Die Friedhofskapelle, ihr Interieur und die gesamte Anlage des Alten Friedhofs stehen heute unter Denkmalschutz. Der Alte Friedhof ist durchgehend geöffnet.&nbsp;</div><div><strong>&nbsp;</strong></div><div>Seit mehr als 100 Jahren gibt es den Neuen Friedhof in Gießen. Er liegt im Norden der Stadt am Rodtberg in der Nähe des Gießener Stadtteils Wieseck.&nbsp;</div>