Gelnhausen, Kaiserpfalz

<div>Die romanische Kaiserpfalz im Südosten von Hessen ist eine der am besten erhaltenen Pfalzen aus der Stauferzeit. Pfalzen waren palastähnliche Anlagen, in denen während des Mittelalters Kaiser oder Könige für eine kurze Zeit residierten. Die Staufer, ein schwäbisches Adelsgeschlecht, lebten vom 11. bis zum 13. Jahrhundert. Ihm entstammt Friedrich I., auch Barbarossa genannt.<br><br><strong>Historischer Schauplatz</strong><br>Bei seiner Erbauung im 12. Jahrhundert wurde das Wasserschloss von der Kinzig umschlossen. Tausende Eichenpfähle mussten deshalb auf der sumpfigen Insel in den Boden gerammt werden, um den Grundstock für die Pfalz zu errichten. Neben ihr gründete Friedrich I. auch das nahegelegene Gelnhausen. Im Mittelalter lag die Reichsstadt an der Handelsstraße zwischen Frankfurt am Main und Leipzig und kam durch sie zu Wohlstand. Die Kaiserpfalz wiederum wurde nur ein Jahrzehnt nach ihrer Errichtung zu einem historischen Schauplatz: In einem Prozess wurde Heinrich der Löwe 1180 entmachtet. Den Dreißigjährigen Krieg überlebte die Kaiserpfalz nur mit größeren Schäden wie dem zerstörten Hauptgebäude. Zunehmend zerfiel die gesamte Anlage und diente als Steinbruch.<br><br><strong>Ein Besuch lohnt sich</strong><br>Von der Pfalz ist nur noch eine Ruine erhalten. Dennoch sind die Überbleibsel sehenswert, weil sie Besucher in die Zeit des Mittelalters zurückversetzen. Eine Mauer aus Buckelquadern führt im Bogen um das Bauwerk herum. Außerdem kann der quadratische Torturm bestiegen werden. Für besonders wissbegierige Besucher öffnet das kleine Museum in der Kaiserpfalz seine Pforten.</div>