Externsteine, Teutoburger Wald

<div>Eingebettet in ein vielseitiges Naturschutzgebiet locken die Externsteine nicht nur kultur- und naturinteressierte Besucher an, sondern auch Anhänger mythischer Legenden.</div><h3>Top-Ausflugsziel im Kreis Lippe</h3><div>Etwa zehn Kilometer südlich von Detmold ragen raue Sandsteinfelsen bis zu 47 Meter empor. Das zu einem Teich aufgestaute Flüsschen Wembecke setzt die steinigen Denkmäler sommers wie winters gekonnt in Szene. Die Externsteine bei Horn-Bad Meinberg gehören neben dem&nbsp;<a href="https://mobil.deutschebahn.com/region/west/ostwelfalen-lippe/teutoburger-wald ">Hermannsdenkmal</a>&nbsp;zu den bedeutendsten Ausflugszielen in der Region&nbsp;<a href="https://mobil.deutschebahn.com/region/west/ostwelfalen-lippe">Ostwestfalen-Lippe</a>&nbsp;– für Kultur- und Naturfans.</div><div><br>Der Zugang zu den Felsen ist kostenlos, nur wer auf oder in die steinigen Riesen möchte, muss einen kleinen Obolus entrichten, der für die Erhaltung eingesetzt wird. Über 124 teilweise schon im 19. Jahrhundert direkt im Fels angelegte Stufen kann man die Monumente erklimmen. Sonst ist das Klettern oder Besteigen aus Rücksicht auf die Natur verboten, da in manchen Felsvorsprüngen unter anderem Uhus ihre Brut- und Schutzplätze haben und keine Störung dulden. Auf der Aussichtsplattform angekommen erstreckt sich der Blick weit über den Teutoburger Wald, den die Einheimischen „Teuto“ nennen. Im Osten kann man an klaren Tagen sogar den Köterberg erspähen, der als der „Brocken“ des&nbsp;<a href="https://mobil.deutschebahn.com/region/west/porta-westfalica">Weserberglandes</a>&nbsp;gilt.</div><h3>Mythos Externsteine</h3><div>Sehenswert sind die Externsteine aber nicht nur von ihrer Außenseite, sondern auch im Inneren: Die von Menschen ausgehöhlten und verbundenen Grotten, ein offenes Felsengrab und eine sogenannte Höhenkammer gaben Wissenschaftlern immer wieder Rätsel auf. Heute herrscht aber auf Basis archäologischer Funde die Annahme vor, dass hier die Anlagen rund um das Grab von Jesus Christus nachgebildet wurden. Vermutlich wurde die etwa drei mal zehn Meter große Hauptgrotte auch als Kapelle genutzt. Darauf weist eine Weihinschrift eines Paderborner Bischofs aus dem Jahr 1115 hin. Kunsthistorisch besonders wertvoll ist das sogenannte Kreuzabnahmerelief, eine in den Sandstein gemeißelte Darstellung der biblischen Erzählung, wie Jesus vom Kreuz genommen wurde. Mit großer Wahrscheinlichkeit stammt es wie die Weihinschrift aus dem 12. Jahrhundert.&nbsp;<br><br>Besonders um die Bedeutung des Ortes vor der Christianisierung ranken sich viele Mythen. Esoteriker aller Prägungen treffen sich zur Sommersonnenwende oder zur Walpurgisnacht, weil sie die Externsteine als besonderen „Kraftort“ empfinden. Es verwundert nicht, dass hier schon Horrorfilme und Fantasy-Streifen gedreht wurden. Allerdings existieren auch gefährliche Anschauungen über die Felsen: Von teils rechten Gruppierungen wird ungeachtet wissenschaftlicher Ergebnisse die Idee verbreitet, eine untergegangene germanische Hochkultur habe die Externsteine für astronomische Beobachtungen und als Kultort genutzt. In den 1930er Jahren veranlassten die Nationalsozialisten hier Ausgrabungen, weil sie hofften, Belege für diese These zu finden. Sie suchten vergebens, was sie aber nicht daran hinderte, die Externsteine als altgermanisches Heiligtum zu deklarieren, was bis heute nachhallt.</div><h3>Wandern im Naturschutzgebiet Externsteine</h3><div>Im kostenlosen&nbsp;<a href="http://www.externsteine-info.de/index.php?show=infozentrum">Infozentrum Externsteine</a>&nbsp;am Rand des gleichnamigen Naturschutzgebiets bemüht man sich, Fakten von Fiktion zu trennen. Es ist Teil des umfassenden touristischen Angebots, das eine lange Tradition hat: Schon im 19. Jahrhundert wurde der Ort für Besucher geöffnet. Ausflügler kommen auch, um das 127 Hektar große Naturschutzgebiet zu erkunden. Eine&nbsp;<a href="http://www.externsteine-info.de/index.php?show=download">Smartphone-App</a>, die es ebenso als Kinderversion gibt, informiert beim Rundgang auf drei bis zu 2,5 Kilometer langen Pfaden über Flora und Fauna. Auch Weitwanderer, die in der imposanten Kulisse Pause machen, trifft man hier: Der beliebte&nbsp;<a href="http://hermannshoehen.teutoburgerwald.de/portrait/faszination-hermannshoehen/der-hermannsweg.html">Hermannsweg</a>&nbsp;führt auf seinen 156 Kilometern auch an den Externsteinen vorbei. Außerdem sind die Felsen Ausgangspunkt des Eggewegs, der den Teutoburger Wald mit dem Sauerland verbindet.</div>