Skulptur Projekte, Münster

Skulptur Projekte, MünsterKassel hat die documenta, Münster die Skulptur Projekte. Seit 1977 verwandelt sich die Stadt alle zehn Jahre in ein Freiluft-Experimentierlabor für moderne Kunst. Das Prinzip: Internationale Künstler werden nach Münster eingeladen, um für 100 Tage an einem selbst gewählten Ort Objekte zu errichten. Die Idee zur Ausstellung speiste sich aus einer Erziehungsmaßnahme: Mit Händen und Füßen hatten sich die Münsteraner 1973 gegen die „Verschandelung“ ihrer Stadt mit einer ungegenständlichen Plastik gewehrt. Doch während die ersten Skulpturprojekte noch unter Polizeischutz aufgebaut werden mussten, ist das Happening mittlerweile in der Mitte der Bevölkerung angekommen. Das zeigt sich auch im Stadtbild, denn viele Objekte werden nach Ablauf der 100 Tage nicht wieder abgebaut. Wer durch Münsters Straßen schlendert, stolpert darum immer wieder über Dinge, die so gar nicht hierher passen wollen: ein Sendemast im Nichts zum Beispiel, die gigantischen Beton-Billardkugeln am Aasee und geisterhafte Irrlichter, die nachts als Seelen der Wiedertäufer in den Käfigen der Lambertikirche flackern.