Lambertikirche, Münster

Münsters Lambertikirche, das ist die mit den Käfigen. Darin rotteten im Jahr 1536 die Überreste der Wiedertäufer Jan van Leiden, Bernd Knipperdolling und Bernd Krechting vor sich hin. Entgegen der Legende wurden die Verlierer des Religionskriegs jedoch nicht lebendig am Gotteshaus aufgehängt und in luftigen Höhen dem Hungertod preisgegeben. Sie wurden erst getötet und danach zur Schau gestellt, damit „sie allen unruhigen Geistern zur Warnung und zum Schrecken dienten, dass sie nicht etwas Ähnliches in Zukunft versuchten oder wagten“. So viel „Menschlichkeit“ musste dann doch sein. Am Turm der Kirche hängen tatsächlich noch die Originalkäfige aus dem 16. Jahrhundert. Bei den Exemplaren, die im Stadtmuseum zu sehen sind, handelt es sich dagegen um Repliken. Die hatte der Zoogründer Landois für private Zwecke anfertigen lassen – und sich damit das Missfallen seiner Ehefrau zugezogen, die die Folterinstrumente nicht bei sich zu Hause stehen haben wollte.