Würzburg

<div>Dass die fränkischen Bocksbeutel in der ganzen Welt bekannt sind, steht wohl außer Frage. Allein die nur 130.000 Einwohner zählende Barockstadt Würzburg beherbergt sechs Weingüter, von denen vier Kellerführungen mit Weinproben anbieten. Der „Staatliche Hofkeller“ mit 120 Hektar Rebfläche ist nicht der größte, doch sicher einer der berühmtesten, wurde er doch von keinem Geringeren als Balthasar Neumann (1687-1753) angelegt - unter der Fürstbischöflichen Residenz. Die labyrinthisch verschlungenen, stimmungsvoll beleuchteten&nbsp; Kellergänge haben eine Länge von 891 Metern, eine Gewölbehöhe von bis zu 6,5 Metern und eine Mauerstärke von bis zu sechs Metern. Der Besucher erfährt, was es mit den riesigen 1784 erstellten „Beamtenweinfässern“ auf sich hat. Sie nämlich enthielten den „flüssigen Sold der Hofbediensteten“, die zum großen Teil mit Wein ausbezahlt wurden. In den Zeiten der Pest tranken die Leute lieber Wein als Wasser, weshalb der Frankenwein auch als Antipest-Wirkstoff bezeichnet wurde. Doch letztlich interessiert den Teilnehmer an Weinproben nur noch die Bacchus-Ecke, in der er die edlen Tropfen verkosten darf. Das Catering besorgt unter anderen das am Main neben dem Congress-Centrum gelegene Maritim Hotel Würzburg. Vom Terrassenrestaurant des Maritim erspäht der Gast die weitläufigen Rebzeilen, die sich um die Festung Marienberg ranken und sich nach der Sonne recken. In der „Fränkischen Weinstube“ des Hotels kann er erlesene Tropfen zusammen mit regionalen Köstlichkeiten genießen. Aber dann will man auch die Festung erobern, was in ihrer über tausendjährigen Geschichte nur einmal gelang - im Dreißigjährigen Krieg durch Gustav Adolf von Schweden. 1201 wurde die Burg gegründet - nur der gewaltige 42,5 Meter hohe romanische Bergfried mit 2,65 Meter dicken Mauern, der schwerste Turm Frankens, stammt noch aus dieser romanischen Zeit -, und von 1253 bis 1719 diente sie als Residenz der Würzburger Fürstbischöfe. Den Kern der Burganlage bildet die 706 geweihte Marienkirche, frühester Sakralbau östlich des Rheins, ein wahres Kleinod, das nur bei einer Führung gezeigt wird. Vom Fürstengarten schweift der Blick über die Alte Mainbrücke zu den zahlreichen Türmen der Stadt, wahrlich ein traumhafter Anblick. Schon deshalb lohnt ein Besuch.&nbsp;</div>