Zastler Loch am Feldberg

<div>Während sich die Hänge südlich vom Feldberg sanft nach unten ausbreiten, bietet das steile Zastler Loch auf der Nordseite echtes Alpinfeeling im Hochschwarzwald. Bei der letzten Eiszeit, die vor etwa 11.000 Jahren endete, haben Gletscher die massiven Granit- und Gneisberge immer wieder abgeschliffen und so Kare wie das Zastler Loch geschaffen.</div><div><br>Schon 1937 erkannten die Ortsansässigen, wie geologisch besonders und schützenswert das Gebiet um den Feldberg ist. Daher entstand hier das erste Naturschutzgebiet Baden-Württembergs, mit seinen 42 Quadratkilometern obendrein das größte im Bundesland. Das Zastler Loch ist ein kleiner und steiler Teil davon. Das Zastler Loch ist ein Kar – also eine kesselförmige Mulde zwischen Hochgebirgshängen. Um dorthin zu wandern, muss man einige Steigungen und Neigungen auf sich nehmen. Wanderer werden aber mit zahlreichen Naturhighlights belohnt!</div><h3>Wanderungen am Zastler Loch</h3><div>Ausgangspunkt für die meisten Touren sind die Orte Oberried und Zastler, etwa 30 Kilometer von&nbsp;<a href="https://mobil.deutschebahn.com/region/sued/freiburg-im-breisgau">Freiburg im Breisgau</a>&nbsp;entfernt. Hier führen wildromantische, teils anspruchsvolle Wege zu den Zastler Eislöchern. Felseinstürze vor Urzeiten haben dort kleine Nischen und Hohlräume gebildet, in denen sich selbst im Hochsommer eiskalte Luft hält. Wanderer in kurzen Hosen spüren die frische Brise, die hier auf nur 785 Metern Seehöhe auch bei heißen Temperaturen durchzieht. Selbst in den Monaten Juli und August liegen in den kleinen Naturkühlschränken noch Eisbrocken.</div><div>&nbsp;</div><div>Denkmalgeschützte Höfe entlang der Wanderwege offenbaren traditionelle Schwarzwaldarchitektur. Viele sind noch mit Getreide- und Sägemühlen ausgestattet. Ihre ursprüngliche wirtschaftliche Nutzung ist der touristischen gewichen, die Mühlräder sind beliebte Pausenpunkte für Wanderer. Ein perfektes Zwischenziel ist die Zastler Hütte auf 1262 Metern, die ganzjährig geöffnet ist. Die Schwarzwälder Speckeier von Hüttenwirt Robert Schindler sind bis Freiburg bekannt. Gut gestärkt erklimmen Ausdauernde die letzten 231 Höhenmeter auf dem zwei Kilometer langen Pfad zum Feldberggipfel.</div><h3>Kahl geschoren: Feldberg und Zastler Loch</h3><div>Den Gipfel des höchsten Berges von Baden-Württemberg vergleichen die Reiseführer-Gurus von Lonely Planet wenig charmant mit dem kahl geschorenen Kopf eines Mönches. Die Spitze des Feldbergs auf 1.493 Metern ist nämlich baumfrei. Es scheint unverständlich für die Buchautoren, wie es so etwas im&nbsp;<a href="https://mobil.deutschebahn.com/region/sued/schwarzwald">Schwarz<em>wald</em></a>&nbsp;geben kann. Dabei liegt die Ursache nahe: Der mitunter starke Wind und die Weidewirtschaft behindern das Wachstum und verschieben die Baumgrenze nach unten.&nbsp;</div><div>&nbsp;</div><div>Auch im steilen Zastler Loch selbst haben Gehölze kaum eine Chance, zu einer beachtenswerten Größe heranzuwachsen. Immer wieder gehen im Winter Lawinen ab und reißen alles mit, was gerade dabei war, Wurzeln zu schlagen. Schuld daran sind auch die Wechten – Schneeablagerungen – am oberen Rand des Kars. Hier türmt sich der Schnee derart hoch auf, dass er großflächig noch im Frühsommer liegt. Wer das reizvolle Gebiet im Winter per Schneeschuh oder Tourenskiern begehen möchte, sollte die Lawinengefahr daher stets im Auge behalten.</div>