Ein Spaziergang durch die Weltkulturerbe-Stadt Bamberg

<div>Weltweit bekannt ist Bamberg für die historische Altstadt, die mit Neuer Residenz und Kaiserdom zum Unesco Weltkulturerbe gehört. Beim Besuch in der oberfränkischen Stadt lassen sich aber neben geschichtlichem Reichtum ebenso die fränkische Lebensart und ein Hauch italienisches Flair erleben.&nbsp;</div><h3>Zu Fuß durch das Weltkulturerbe Bamberg</h3><div>Die Altstadt ist so gut erhalten, dass man nicht viel Phantasie braucht, um sich den mittelalterlichen Alltag in den kopfsteingepflasterten Gassen vorzustellen. Auch in das fürstbischöfliche Leben vergangener Jahrhunderte kann man in prunkvollen Gebäuden wie der Residenz eintauchen. Von der Zerstörung im Zweiten Weltkrieg blieb die Altstadt von Bamberg weitgehend verschont. 1993 wurde sie von der Unesco zum Weltkulturerbe erklärt, sie ist die drittgrößte Stätte in Europa, die diesen Titel trägt. Wer für einen Besuch in Bamberg nur einen Tag Zeit hat, kann die oberfränkische Stadt dennoch gut zu Fuß erkunden – wenngleich sich ein Trip hierher auch für mehrere Tage lohnt, um das mittelalterlich-mediterrane Flair an der Regnitz zu genießen.&nbsp;<br><br>Am besten startet man mit einem Ausblick auf die Stadt, um sich Orientierung zu verschaffen. Eine gute Gelegenheit dafür ist der Rosengarten der Neuen Residenz am&nbsp;<a href="https://mobil.deutschebahn.com/region/sued/fraenkische-schweiz/bamberger-domberg">Domberg</a>. Im Innenhof des monumentalen Barockbaus, von dem aus bis 1802 die Fürstbischöfe regierten, blühen in der warmen Jahreszeit rund 4.500 Rosen. Gegenüber am Domplatz thronen die vier Türme des Kaiserdoms, dem Herzstück des Weltkulturerbes. Das monumentale Gebäude birgt in seinem Inneren kunsthistorisch wertvolle Statuen und Altäre, eines der wichtigsten Exponate sind die Überreste des heiligen Kaisers Heinrich und seiner Frau Kunigunde, den Gründern des Bistums Bamberg. Ergänzt wird das historische Ensemble von der Alten Hofhaltung, einem Renaissancebau, der als Wohn- und Wirtschaftsgebäude der Bischöfe diente und heute das Historische Museum der Stadt Bamberg beherbergt. Für die Neuverfilmung von „Die drei Musketiere“ aus dem Jahr 2011, mit Orlando Bloom und Christoph Waltz, fungierte der Gebäudekomplex als Kulisse für den Pariser Stadtteil St. Germain des 17. Jahrhunderts. Die Regnitz schlüpft in dem Streifen in die Rolle der Seine.</div><h3>Bamberg und das Bier</h3><div>Der Altstadtspaziergang führt weiter auf den Michaelsberg und zum namensgleichen Kloster St. Michael. Die feinen Deckenmalereien der Kirche zeigen Blumen und Gräser und lassen Betrachter trotz oder vielleicht sogar wegen ihrer Einfachheit staunen. Dem Umstand, dass Mönche das Bierbrauen in Deutschland perfektionierten, zollt man mit dem&nbsp;<a href="http://www.brauereimuseum.de/)">Fränkischen Brauereimuseum</a>&nbsp;in den historischen Gewölbekellern des Klosters Michaelsberg Tribut. Beim Begutachten alter Kühltechnik, Füllapparate, Etikettiermaschinen und Bierkrüge wird deutlich, dass neben dem Barock das Bier eine zentrale Rolle in Bamberg spielt.</div><div>&nbsp;</div><div>Deshalb sollte der Stephansberg beim Altstadtrundgang nicht fehlen: Hier haben sich in unmittelbarer Nähe zueinander mehrere traditionelle Bierkeller (= Biergärten) angesiedelt. Neun Brauereien gibt es in Bambergs Altstadt, das Aecht Schlenkerla Rauchbier ist über die Stadtgrenzen hinaus bekannt. Wer möglichst nicht als Tourist auffallen möchte, der bestellt ein „Seidla“, also einen Bierkrug mit Füllmenge 0,5 Liter, – allerdings nur in der ersten Runde. Danach macht man durch Querlegen des leeren Bierkrugs der Bedienung deutlich, dass man gerne noch ein Bier hätte – ganz ohne Worte. Für Gläser gilt das übrigens nicht.</div><div><br></div><h3>Inselstadt mit altem Rathaus</h3><div>Neben den Sehenswürdigkeiten der Bergstadt haben auch die Inselstadt sowie die Gärtnerstadt den Weltkulturerbestatus ermöglicht. Erstere hält zwei der beliebtesten Fotomotive bereit: zum einen das alte Rathaus, das mitten auf der Regnitz steht und durch das die Obere Brücke führt. Es beherbergt heute eine der bedeutendsten privaten Porzellansammlungen Deutschlands und eine sehenswerte Bierkrugsammlung. Zum anderen ist es&nbsp;<a href="Link: https://mobil.deutschebahn.com/region/sued/oberfranken/bamberg-157bab4b-57f2-43dc-b865-931d77aa2a30)">„Klein Venedig“</a>, eine ehemalige Fischersiedlung mit Häusern aus dem 17. und 18. Jahrhundert, die man entweder von der unteren Brücke oder von einer echten&nbsp;<a href="http://gondel.info">venezianischen Gondel</a>&nbsp;aus bestaunen kann. Zwei Gondoliere sind für ihre Ausbildung tatsächlich in die italienische Lagunenstadt gereist.&nbsp;<br><br></div><h3>Gemüse aus der Gärtnerstadt</h3><div>Neben Bier und Bischöfen wird Bambergs Stadtbild bis heute vom Gemüseanbau geprägt. Während anderswo das „Urban Gardening“ erst in den vergangenen paar Jahren in Mode kam, stammen die großen Anbauflächen in Bamberg aus dem 17. Jahrhundert. Die Stadt war damals vor allem für Anbau und Handel der Süßholzwurzel bekannt, die auf dem sandigen Boden gut gedeihte. Aber auch Steckzwiebeln wurden verkauft, weshalb die Bamberger bis heute als „Zwiebeltreter“ bekannt sind. Auf einem ausführlich beschilderten Rundweg durch die&nbsp;<a href="http://gaertnerstadt-bamberg.de/">Gärtnerstadt</a>&nbsp;samt Aussichtsplattform und im Gärtner- und Häckermuseum (Häcker ist ein fränkischer Ausdruck für Winzer) kann man sich über das Leben der Stadtgärtner, Sorten und Pflanzen sowie die Bedeutung des Gemüseanbaus für die Stadt informieren. Und natürlich gibt es an jeder Ecke frisches Gemüse zu kaufen.</div><div><br><br></div>