Oberstdorf

<div>In der Gemeinde Oberstdorf im Allgäu, nah der deutsch-österreichischen Grenze, tost die Breitach auf einer Länge von 2,5 Kilometern durch enge Felsspalten. Schmale Wege führen über, neben und hinter dem Wasser entlang. Tatsächlich ist das Spektakel, das die Breitenbachklamm Besuchern bietet, rekordverdächtig: Mit einer Tiefe von 150 Metern gilt sie als die tiefste Felsenschlucht Mitteleuropas. Ihre Entstehung begann vor etwa 10.000 Jahren, als sich das Wasser des abschmelzenden Breitachgletschers einen Weg durch den Stein schuf. Wo das Gestein besonders hart war, bildete sich eine Klamm mit fast senkrechten Wänden, durch die sich bis heute der Fluss zwängt. „Der Zwing“ wird die zentrale Stelle der Klamm auch genannt – dort sind die Felswände fast 90 Meter hoch und teilweise nur zwei Meter voneinander entfernt.&nbsp;</div><h3>Ein Pfarrer macht die Klamm öffentlich zugänglich&nbsp;</h3><div>Um die Jahrhundertwende erkannte der ortsansässige Pfarrer Johannes Schiebel (1871-1963) das touristische Potential der Klamm und bemühte sich mit dem Ziel, sie zugänglich zu machen, um Geld und Arbeiter. Dank ihm konnte die begehbare Breitachklamm nach einjähriger Arbeit am 4. Juli 1905 eingeweiht werden. Seine Vermutung, dass die Felsenschlucht ein Besuchermagnet werden würde, bestätigte sich: Jedes Jahr kommen etwa 300.000 Besucher zur Breitachklamm. Schiebel selbst wanderte noch mit 90 Jahren stolz durch „seine“ Klamm.&nbsp;</div><h3>Ein Naturphänomen mit gewaltigen Kräften&nbsp;</h3><div>Die Breitachklamm ist eine Naturgewalt – immer weiter frisst sich der Fluss durch den Stein. 1995 versperrten nach einem Felssturz mehrere tausend Kubikmeter Gestein dem Wasser den Weg und stauten die Breitach dadurch zu einem See auf. Erst bei der Schneeschmelze im darauffolgenden Frühjahr sprengten die Wassermassen den Weg wieder frei und eine bis zu 35 Meter hohe Flutwelle schoss durch die Klamm. Zehn Jahre später stieg das Wasser infolge von heftigen Regenfällen im Sommer 2005 auf mehr als sechs Meter über den normalen Pegel.&nbsp;</div><h3>Anreise zum Breitnachklamm in Oberstdorf&nbsp;</h3><div>Im Sommer beeindrucken die herabstürzenden Wassermassen, im Winter der Eisvorhang des gefrorenen Wasserfalls. Im Winter kann man außerdem dienstags und freitags an einer Fackelwanderung teilnehmen. In diesem besonderen Licht bietet sich ein ganz neuer Blick auf das Naturwunder. Ein Besuch lohnt sich immer – nur zur Zeit der Schneeschmelze ist die Klamm aus Sicherheitsgründen geschlossen.&nbsp;<br>Sowohl der untere Parkplatz bei Tiefenbach wie auch der obere Parkplatz an der Walserschanz in Riezlern im Kleinwalsertal sind von Oberstdorf aus innerhalb von etwa zehn Minuten zu erreichen. Auch mit dem Bus von Oberstdorf kann man zu den beiden Eingängen der Schlucht gelangen. Eine Begehung mit Kindern und Hunden ist problemlos möglich, da die Wege gut ausgebaut sind. Festes Schuhwerk ist aber notwendig.&nbsp;</div>