Götzschtalbrücke, Vogtland

<div>Wer mit dem Zug vom&nbsp;<a href="https://mobil.deutschebahn.com/region/sued/oberfranken/hof-4b8ca196-cb4e-4968-9371-3166da34a354)">oberfränkischen Hof</a>&nbsp;nach&nbsp;<a href="https://mobil.deutschebahn.com/region/ost/dresden">Dresden</a>&nbsp;reist, der überquert nach etwas mehr als 30 Minuten Fahrzeit die Göltzschtalbrücke. Sie gilt als eines der Glanzlichter der deutschen Ingenieurskunst. Die Göltzschtalbrücke – eines der Wahrzeichen des&nbsp;<a href="https://mobil.deutschebahn.com/region/ost/vogtland">Vogtlands</a>&nbsp;– ist die größte Ziegelsteinbrücke der Welt, 574 Meter lang und 78 Meter hoch. Ihre kunstvoll gemauerten 81 Gewölbe, die der Brücke ihr kolossales Aussehen verleihen, verteilen sich über vier Stockwerke.</div><div><br></div><div>Als im 19. Jahrhundert der Eisenbahnbau rasch voranschritt, wurde auch die Strecke Leipzig–Nürnberg geplant. Eine Herausforderung war die Überquerung des Flusses Göltzsch, zwischen Plauen und Zwickau, nahe Reichenbach im Vogtland. Die ausführende Eisenbahngesellschaft generierte über einen in einer Tageszeitung veröffentlichten Wettbewerb eine Reihe von Entwürfen. Chefplaner Johann Andreas Schubert, ein Architekturprofessor aus Dresden, bezweifelte jedoch bei allen eingereichten Entwürfen die Tragfähigkeit. Daher machte sich der Techniker selbst an einen Plan und berechnete, wie die Göltzschtalbrücke statisch beschaffen sein musste, um den Belastungen durch den Zugverkehr standzuhalten. Eine derartige mathematische Berechnung erfolgte damals zum allerersten Mal und hat bis heute Bestand. Auch über 160 Jahre nach Fertigstellung ist die Göltzschtalbrücke noch immer für den Zugverkehr geeignet.&nbsp;</div><h3>Ziegel für die Göltzschtalbrücke</h3><div>Die rot-braunen Mauern der Göltzschtalbrücke fügen sich harmonisch in die Wälder und Wiesen des Vogtlandes ein. Dabei wurden die Ziegel als Baumaterial aus finanzieller Not heraus ausgewählt. Die Lehmvorkommen der Region und die an der Strecke liegenden Ziegeleien begünstigten diese Entscheidung. Nur stärker beanspruchte Teile der Brücke wurden aus sächsischem Sandstein und Granit gefertigt. Im Mai 1846 begannen die Arbeiter mit dem Bau, fünf Jahre später war die Göltzschtalbrücke fertig. Die Elektrifizierung der Strecke erfolgte im Jahr 2011.</div><div><br></div><div>Heute eignet sich die Brücke nicht nur als Verkehrsweg und Fotomotiv, sondern auch als Veranstaltungsort für Konzerte. Auf einem&nbsp;<a href="http://www.festgelaende-goeltzschtalbruecke.de/">Open-Air-Gelände auf der Ostseite des Bauwerks</a>&nbsp;gibt es inzwischen diverse Mittelalterspektakel sowie Musikfestivals von Rock bis Klassik.</div>