Der Pomonatempel auf dem Pfingstberg in Potsdam

<div>Er bietet eine der schönsten Aussichten auf Potsdam, ist das Erstlingswerk eines Stararchitekten und Schauplatz eines gemütlichen Sommer-Open-Airs: der Pomonatempel am Pfingstberg in Potsdam.</div><div>&nbsp;</div><div>Heute würde man Karl Friedrich Schinkel vermutlich als architektonisches Wunderkind bezeichnen. Der preußische Baumeister und Architekt prägt durch seine im 19. Jahrhundert geplanten Gebäude bis heute das Stadtbild von Berlin: Das Konzerthaus am&nbsp;<a href="https://mobil.deutschebahn.com/region/ost/berlin/der-gendarmenmarkt-in-berlin-mitte">Gendarmenmarkt</a>, die Schlossbrücke oder auch das Alte Museum am Lustgarten zählen zu seinen Werken. Weniger prominent, aber genauso sehenswert ist das erste Gebäude, das Schinkel im jungen Alter von 19 Jahren plante: den Pomonatempel auf dem Pfingstberg in Potsdam.</div><div>&nbsp;</div><div>Das Grundstück, auf dem der fast quadratische Bau mit seinen antiken Säulen steht, gehörte zu Baubeginn einem hohen Beamten des Fürsten. Dieser schenkte seiner Frau den Tempel, den er nach Pomona, der römischen Göttin der Früchte, benannte. Verschiedenen Quellen zufolge wurde damals auf dem Pfingstberg noch Wein angebaut, was die Namensgebung erklären könnte.&nbsp;</div><h3>Aussicht, Architektur und Kultur am Pomonatempel</h3><div>15 Jahre später kaufte Kaiser Friedrich Wilhelm III. das Grundstück. Sein Sohn und späterer Nachfolger war von der Aussicht so begeistert, dass er ein Schloss bauen ließ, dessen Fertigstellung er aber nicht mehr erlebte. Schon wenige Jahre später öffnete man das Schloss auch als Ausflugsziel für die Öffentlichkeit. Den Zweiten Weltkrieg überstand das Areal weitgehend unbeschadet. 1961 wurde es jedoch aufgrund der Nähe und guten Sicht zur innerdeutschen Grenze für Besucher gesperrt. Vier Jahrzehnte lang verfielen das Schloss Belvedere und der Pomonatempel, der Garten verwilderte. Erst nach der Wiedervereinigung wurden die beiden Gebäude saniert, ein Förderverein kümmert sich heute um die Erhaltung. Mit der angrenzenden Parkanlage sind sie Teil des UNESCO-Weltkulturerbes „Schlösser und Parks von Potsdam und Berlin“. Auch m<a href="https://mobil.deutschebahn.com/region/ost/potsdam/pomonatempel-belvedere-auf-dem-pfingstberg-in-potsdam">obil-Leser Michael Sommer</a>&nbsp;genießt hier regelmäßig die Atmosphäre.</div><div>&nbsp;</div><div>Aussicht und Architektur sind zwei Gründe, warum sich ein Ausflug zum Pfingstberg lohnt, im Sommer gibt es noch einen dritten: Von Mai bis September sind an den Samstagen kostenlos künstlerische Darbietungen zu sehen. Das Gartenareal oder wahlweise das Dach des Pomonatempels werden dann zur Bühne für Musik und Kleinkunst. Dann lauscht man auf einer Picknickdecke den Künstlern, während der Blick über die herrliche Kulisse von Tempel und Schloss sowie die Stadt Potsdam schweift.</div>