Schlosskirche Wittenberg

<div>Mit seinem Thesenanschlag hat Martin Luther nicht nur die Reformation ausgelöst, sondern auch der Schlosskirche Wittenberg zu ewiger Bekanntheit verholfen. Im Jahr 1517 soll der Mönch und Prediger seine 95 Thesen gegen den Ablass am Hauptportal der Kirche veröffentlicht haben. Zehn Jahre zuvor hatte Kurfürst Friedrich III. von Sachsen das Gotteshaus in eine Universitätskirche umgewandelt, die hölzerne Eingangstür diente damals als schwarzes Brett.</div><h3>Grab Martin Luthers in der Schlosskirche Wittenberg</h3><div>Friedrich III. war es auch, der die aus dem 14. Jahrhundert stammende Allerheiligenkapelle samt Schloss abreißen und die großzügige Schlosskirche Wittenberg von 1489 bis 1509 neu errichten ließ. Ein Brand im 18. Jahrhundert zerstörte jedoch fast die gesamte Inneneinrichtung und auch die hölzerne Thesentür. Der preußische König Friedrich Wilhelm IV. schenkte der Stadt Wittenberg daraufhin ein neues Portal aus Bronze, auf dem die 95 Thesen Luthers in Latein stehen. Es ist bis heute erhalten, darüber ist eine Abbildung des Reformators und seines Mitstreiters Philipp Melanchthon zu sehen. Beide haben ihre Gräber in der Schlosskirche Wittenberg, ebenso wie der Kurfürst, der auch als Friedrich der Weise in die Geschichtsbücher einging.</div><h3>Schlosskirche Wittenberg ist Weltkulturerbe</h3><div>Seit 1996 zählt die Schlosskirche Wittenberg als Teil der Luther-Gedenkstätten zum Weltkulturerbe der Unesco. Im Vorfeld des Lutherjahres 2017 wurde sie umfangreich saniert: Frische Farben für die Wandmalereien, Sanierung des Dachgewölbes, Überholung des Sandsteinaltars mit der großen Christusfigur, selbst die 3500 Pfeifen der 1864 erbauten Orgel wurden geputzt. Nachdem die größte Kirche von Wittenberg lange im Besitz der Stadt war, hat die Evangelische Kirche das Gotteshaus 2016 übernommen und ist heute für deren Erhaltung zuständig. Zur Wiedereröffnung im selben Jahr schenkte die dänische Königin Margarethe II. der Schlosskirche Wittenberg einen von ihr entworfenen und bestickten Altarvorhang, der eine Lutherrose auf rotem Grund zeigt. Martin Luther nutzte diese Blume als Briefsiegel, weshalb sie zum Symbol der evangelisch-lutherischen Kirche wurde.&nbsp;</div><div>&nbsp;</div><div>Wahrzeichen der Schlosskirche Wittenberg ist das neugotische runde Turmdach, das weithin in&nbsp;<a href="https://mobil.deutschebahn.com/region/ost/flaeming/lutherstadt-wittenberg">Wittenberg</a>&nbsp;sichtbar ist. Darunter steht in meterhohen Buchstaben der Text des Kirchenliedes von Martin Luther „Ein feste Burg ist unser Gott, ein gute Wehr und Waffen“. Besonders empfehlenswert ist der Besuch der Schlosskirche Wittenberg dienstags und donnerstags, wenn jeweils um 12 Uhr für eine halbe Stunde die Orgel erklingt. Im Lutherjahr 2017 treten zudem jeden Samstag um 15 Uhr internationale Chöre und Orchester bei freiem Eintritt in der Schlosskirche auf.</div>