Yenidze, Dresden

Der Architekt Martin Hammitzsch (1878-1945) entschied sich für einen orientalischen Stil, als er 1908 das Werk der Dresdner Zigarettenfabrik Yenidze gestaltete. Der an eine Moschee erinnernde Bau mit der verglasten Kuppel war jedoch so heftig umstritten, dass Hammitzsch aus der Reichsarchitektenkammer ausgeschlossen wurde. Benannt nach einer Stadt im Tabakanbaugebiet, die damals im Osmanischen Reich lag und heute Genissea heißt, ist die Yenidze Dresden trotz allem erhalten geblieben. Der erste Stahlbeton-Skelettbau Deutschlands gehört zu den architektonischen Sehenswürdigkeiten der Stadt. Neben Frauenkirche, Semperoper und Zwinger zählt die Yenidze zu den wohl markantesten Gebäuden, wobei sie sich aber natürlich deutlich von den Barock- und Renaissancebauten abhebt. Im Inneren des Bauwerks befinden sich heute Büro- und Gewerbeflächen. Für Freunde von orientalischen Märchen werden in der Kuppel abendliche Lesungen veranstaltet.