Rakotzbrücke, Sachsen

<div>Seit der Münchner Fotograf Lorenz Holder den international gleichermaßen bekannten wie begehrten „<a href="http://www.redbullillume.com/">Redbull Illume 2016</a>“-Fotowettbewerb gewonnen hat, avanciert die im sächsischen&nbsp;<a href="http://www.kromlau-online.de/">Rhododendronpark Kormlau</a>&nbsp;beheimatete Rakotzbrücke zum Star unter den Fotomotiven. Das Gewinnerfoto zeigt die torbogenförmige Brücke, umgeben von kunterbunten Herbstbäumen, und die Spiegelung der Brücke im Rakotzsee lässt die Illusion eines perfekten Kreises entstehen. Das Highlight – und sicher wohl auch der Grund, weshalb das Bild von der Actionmarke Red Bull prämiert wurde – ist allerdings der waghalsige BMX-Fahrer in der Mitte der Brücke.</div><h3>Doch ist das Betreten der Rakotzbrücke überhaupt erlaubt?</h3><div>Die neuerliche internationale Bekanntheit der im englischen Sprachraum als Devils Bridge bezeichneten Rakotzbrücke bietet dem Bürgermeister der Gemeinde Gablenz Dietmar Noack allerdings keinen Grund zur Freude. Bei dem 1860 aus Basaltsteinen erbauten Bauwerk besteht akute Einsturzgefahr – die Brücke zu betreten ist strengstens verboten.<br><br>Die Vertreter der Gemeinde Gablenz sorgen sich nun, dass immer mehr Hobby- und Profifotografen, inspiriert von Lorenz Holders preisgekröntem Bild, die Rakotzbrücke für das perfekte Foto erklimmen. Dass diese Sorge durchaus berechtigt ist, zeigt sich auf&nbsp;<a href="https://www.instagram.com/explore/tags/rakotzbr%C3%BCcke/">Instagram</a>&nbsp;mehr als deutlich: Zu den beliebtesten Fotobeitragen zählen jene, auf denen man Personen auf der Brücke sieht. Besonders einer sticht hervor: die Rakotzbrücke im Winter – märchenhaft, mystisch und der Mensch spektakulär ins Szene gesetzt. Der Clou? Die&nbsp;<a href="https://www.instagram.com/ediosus/">Urheberin</a>&nbsp;hat die Brücke nie betreten – es handelt sich um eine überstilisierte Fotomontage.<br>Doch nicht jeder geht so sorgsam mit dem ikonischen Bauwerk um: Bemannt scheint die Rakotzbrücke wie die verbotene Frucht unter den Fotomotiven und erst deshalb so attraktiv zu sein.</div><h3>Im Rhododendron-Park von Kromlau gibt es mehr als die Rakotzbrücke zu entdecken</h3><div>Doch auch ohne Menschen ist die Brücke ein zu allen Jahreszeiten beeindruckendes Fotomotiv. Allein der Weg durch den 200 Hektar großen Kromlauer Park lohnt sich. Und das, obwohl Besucher heutzutage nur erahnen können, welch ein blühendes Paradies er einst gewesen sein muss.<br><br>Als der Großgrundbesitzer und Landschaftsarchitekt Friedrich Hermann Rötschke im Jahr 1842 die Parkfläche erwarb, begann er mit einer umfassenden Umgestaltung der Landschaft: Künstliche Seen wurden geschaffen, Hügel aufgeworfen, exotische Gehölzer gepflanzt, verschlungene Wege und lauschige Plätze mit Skulpturen angelegt. Vieles wurde jedoch während und nach dem Zweiten Weltkrieg zerstört und vernachlässigt. Teile des Parks übergab man nach der Enteignung der Familie von und zu Egloffstein als Nutzfläche an örtliche Bauern und Neusiedler.</div><h3>Sanierung des Kromlauer Rhododendronparks</h3><div>Um den Kromlauer Rhododendronpark und das was von ihm übrig geblieben war zu erhalten, gründete sich 1966 ein ehrenamtliches Parkaktiv. Es trieb die Sanierung und Restaurierung entscheidend voran.&nbsp;<br><br>Neben der prominenten Rakotzbrücke, dem Rakotzer Schloss und dem Kavalierhaus können Besucher so auch heute noch einige Originalrelikte bewundern. Im kürzlich von innen komplett sanierten Rakotzer Schloss finden zudem künftig Trauungen statt.<br><br>Als Nächstes plant die Gemeinde, nun auch den 90 Hektar großen Kernbereich des Kromlauer Parks zu sanieren. Dort befinden sich die berühmte Rakotzbrücke, der gleichnamige See und die Basaltsäulen. Im Übrigen spendete der Fotograf Lorenz Holder einen Teil seines gewonnenen Preisgelds für den Erhalt der Brücke.</div>