Roter Fuchs im Hils (Niedersachsen)

Mit meinen Eltern war ich als Kind oft dort. Gern wandern wir mit Freunden oder Verwandten dort hin, um ihnen die wunderbare Aussicht zu zeigen. Ein Muss für jeden, der hier in der Gegend ist. Wir starten vom Waldparkplatz Roter Fuchs, wählen die linke gut ausgebaute Forststraße, Ils-Kammweg genannt, auch der Ith-Hils-, der Wilhelm-Raabe- und der Europäische Fernwanderweg führen hier entlang, und wandern stetig steigend unterhalb des Tanzberges durch vorherrschende Fichtenbestände bergan. Hin und wieder geben links an der Abrisskante Schneisen in dem Fichtenhochwald den Blick frei über das Eschershäuser Becken bis hin zum Naturschutzgebiet Ithwiesen. Für ca. 1,4 km geht es hinauf bis zum Wilhelm-Raabe-Turm in 471 Metern Höhe; vom Startpunkt bis hier haben wir über 100 Höhenmeter überwunden und befinden uns nun auf dem höchsten Punkt unserer Rundwanderung. Der Aussichtsturm wurde 1909 vom Hils-Verein zu Ehren des Dichters Wilhelm Raabe auf dem Hilskamm errichtet; ein wuchtiger Gedenkstein am Fuße des Turmes erinnert an den Erzähler, der 1831 in Eschershausen geboren wurde. Wer mutig ist, sollte den 15 Meter hohen Turm besteigen. Wir sind es. Der in lichter Stahlfachwerkbauweise errichtete Aussichtsturm, dessen einzelne Plattformen und Treppenstufen aus Gitterrosten bestehen, die Treppen werden nur durch die Handläufe rechts und links abgesichert, erfordern sicheren Tritt und völlige Schwindelfreiheit. Oben angekommen belohnt ein herrlicher Rundblick auf die gegenüberliegenden Ithwiesen und das Leine- bzw. Weserbergland; bei gutem Wetter reicht die Sicht sogar hinüber bis zum Harzer Brocken. Gut erholt setzen wir unseren Weg auf dem Hilskamm fort. Blieben wir auf dem Kammweg, kämen wir ein kurzes Stück weiter zu der Bloßen Zelle, der mit 480 m höchsten Erhebung des Hils. Bereits seit dem 16. Jahrhundert wurde das Buchenholz der umgebenden Wälder als Brennmaterial geschlagen, um in der Glasherstellung in Grünenplan zum Heizen der Öfen eingesetzt zu werden. So entstanden riesige Heideflächen wie die Bloße Zelle, die heute jedoch wieder mit jungem Wald bedeckt ist. Wir verlassen knapp 300 m nach dem Aussichtsturm den Kammweg links und steigen auf naturnahem Waldweg durch jungen Fichten- und Lärchenwald hinunter zum Bohlweg; rechts führt der Waldweg, er trägt den Namen Kümmerliche Stiege, nach Grünenplan. Auf dem gut befestigten Bohlweg angekommen, halten wir uns links und wandern zunächst unterhalb des Großesohls , dann oberhalb des Rönnebergs auf nahezu ebener Strecke über 2 km am steilen Berghang durch ausgedehnte naturnahe Laub- und beeindruckende Fichtenwälder. Kurz bevor der Bohlweg endet, man hört bereits die Verkehrsgeräusche von der Landstraße L484, die Holzen und Grünenplan verbindet, treffen wir auf eine kleine Holzbrücke, die links ein Bachbett überquert. In unmittelbarer Nähe befindet sich ein gefasster Brunnen und ein Denkstein mit der Aufschrift “Friedrich Ahlbrecht, gest. 23.4.1976“. Wir treffen hier wieder auf den Wilhelm-Raabe-, den Ith-Hils- und auch den Europäischen Fernwanderweg, die von links oben durch den Fichtenwald herunterkommen und rechts weiter nach Holzen führen. Wir passieren die Brücke und steigen auf dem vielfach genutzten Weg hinauf zu unserem Start- bzw. Zielpunkt, dem Waldparkplatz Roter Fuchs. Mein Foto entstand kurz vor Silvester 2013. Da war die Sicht wegen des Regens gleich null. Auch das schlechte Wetter hielt uns unseren Besuch nicht davon ab, dorthin zu wandern