Das Biosphärenreservat Südost-Rügen

<div>Schroffe Steilküsten wechseln sich mit breiten Sandstränden ab. Karge Heideflächen, auf denen Schafe grasen, grenzen an Wälder mit alten Buchen. In flachem Meerwasser gedeiht Schilf, während sich Moose auf moorigen Seen ausbreiten: Wer das Biosphärenreservat Südost-Rügen besucht, bekommt auf kleinem Gebiet große Naturvielfalt geboten.&nbsp;</div><h3>Was ist ein Biosphärenreservat?</h3><div>Mit 228 Quadratkilometern macht das&nbsp;<a href="http://www.biosphaerenreservat-suedostruegen.de">Biosphärenreservat Südost-Rügen</a>&nbsp;etwa 25 Prozent der Fläche der größten Insel Deutschlands aus. Es erstreckt sich vom&nbsp;<a href="https://mobil.deutschebahn.com/region/nord/ostseekueste/binz-auf-ruegen-f5288ce1-dbe3-4624-a829-000e998a908c ">Ostseebad Binz</a>&nbsp;Richtung Süden, von Putbus Richtung Osten und nimmt damit die gesamte Halbinsel Mönchgut ein. Das Ziel eines Biosphärenreservates ist es, die dort lebenden Menschen dazu anzuhalten, ihre Kulturlandschaft im Einklang mit der Natur zu nutzen. In Deutschland gibt es 15 solcher Gebiete. Das Biosphärenreservat Südost-Rügen wurde 1990 unter Schutz gestellt, weil es auf kleinem Raum die landschaftliche Vielfalt der Küstenregionen von Mecklenburg-Vorpommern vereint.&nbsp;<br><br>Dazu gehören ausgedehnte Wälder mit alten Buchen, wie sie im Naturschutzgebiet Granitz vorkommen, einem Teil im Norden des Reservats. Das Gebiet war seit dem 19. Jahrhundert den Fürsten von&nbsp;<a href="https://mobil.deutschebahn.com/region/nord/ostseekueste/schlosspark-putbusinsel-ruegen">Putbus</a>&nbsp;für die Jagd vorbehalten und wurde daher schon früh vor übermäßigen Eingriffen durch den Menschen bewahrt. Daneben liegen im Südosten von Rügen große Heideflächen, auf denen selten gewordene Pflanzen wie wilder Majoran oder Sandstrohblume wachsen. Die Flora hat etwas mediterranes, viele Blumen und Kräuter kommen sonst nur im Mittelmeerraum oder in Südosteuropa vor, wo Boden und Temperaturen den Verhältnissen der Insel in der Ostsee ähneln. Die sanfte Landwirtschaft und ökologische Beweidung mit Schafen sorgt dafür, dass die Kulturlandschaft erhalten bleibt.<br><br>Einen weiteren wichtigen Lebensraum machen in der Region die Moore aus, wie beispielsweise am 23 Hektar großen Schwarzen See bei Sellin, wo Moose und Wollgräser wie eine schwimmende Decke wachsen. Mehr als die Hälfte der Fläche des Biosphärenreservats nimmt jedoch die Ostsee ein. Im Flachwasser des Greifswalder Boddens finden Wasservögel perfekte Brutplätze im Schilf. Außerdem laichen hier die für die Fischerei auf Rügen wichtigen Ostseeheringe. Am Übergang vom Meer zum Land wechseln sich breite, feinsandige Strände samt bewachsener Dünen und schroffe Steilküsten ab.</div><h3>Südost-Rügen für aktive Urlauber</h3><div>Die Naturvielfalt lässt sich gut per Rad erleben. Ein passender Ausgangspunkt dafür ist das Informationszentrum des Biosphärenreservats im Granitzhaus. Gefüttert mit Wissenswertem über Region, Natur und Kultur kann man zum Beispiel eine etwa 25 Kilometer lange Runde nach Binz über die Ostseebäder Sellin, Baabe und Göhren radeln. Von Mai bis Oktober lohnt sich dienstags und donnerstags ein Abstecher zum&nbsp;<a href="http://www.ruegen-markt.com">Rügen-Markt in Thiessow</a>, wo Landwirte regionale Lebensmittel und Handwerker traditionelle Produkte verkaufen. Der Rückweg führt am Selliner See vorbei. Einen perfekten Abschluss bildet das Jagdschloss Granitz, das als das meistbesuchte Schloss Mecklenburg-Vorpommerns gilt. Bei dieser Tour radelt man einen Teil der Strecke auf dem beliebten&nbsp;<a href="http://www.auf-nach-mv.de/ostseekuesten-radfernweg">Ostseeküsten-Radweg D2</a>, der entlang der Küste, vorbei am Kap Arkona und den beliebten Kreidefelsen im Nationalpark Jasmund zurück nach Stralsund führt. Wer Gegenwind und Steigungen nicht allein mit Muskelkraft bewältigen kann oder möchte, leiht sich an einer Station des gut ausgebauten Verleihsystems ein E-Bike. Akku aufladen oder tauschen ist in den meisten Küstenorten möglich.</div><div><br>Wer im Urlaub gern wandert, kann das im Biosphärenreservat Südost-Rügen problemlos auf eigene Faust tun. Zahlreiche kurze Rundwanderwege führen von den Seebädern aus durch die abwechslungsreiche Landschaft und lassen sich zu längere Touren für ausdauernde Wanderer kombinieren. Naturfans, die lieber mit Guide unterwegs sind, können an geführten Wanderungen teilnehmen, die sowohl das Team des Biosphärenreservats, als auch die Tourismusverbände anbieten. Die Themen reichen von Wildkräuterwanderungen bis zu naturkundlichen Ausflügen mit Rangern.<br><br>Das Biosphärenreservat Südost-Rügen gehört zu den 22&nbsp;<a href="http://www.fahrtziel-natur.de/natur/view/gebiet/jasmund_ruegen/ueb-jasmund-ruegen.shtml">Fahrtziel-Natur-Gebieten</a>. – besonders schützenswerte Regionen, die sich durch naturnahen Tourismus und umweltfreundliche Mobilität auszeichnen. Möglich macht das der IC-Bahnhof Binz sowie der flächendeckende öffentliche Nahverkehr im Südosten von Rügen. Im Zwei-Stunden-Takt etwa fährt der&nbsp;<a href="http://ruegensche-baederbahn.de/">„Rasende Roland“</a>, die älteste Schmalspurbahn Deutschlands. Sie verbindet Putbus mit den Ostseebädern Binz, Sellin, Baabe und Göhren und hält auch am Jagdschloss in Granitz. Mit der Binzer Bäderbahn und dem Jagdschlossexpress lassen sich kürzere Abschnitte überbrücken.<br><br></div>