Walschutzgebiet Sylt

<div>Vor der Insel Sylt kann man besondere Tiere beobachten: Zahlreiche vom Aussterben bedrohte Schweinswale tummeln sich vor der Küste der Nordseeinsel. Der Whalewatching-Trail eröffnet Einheimischen wie Urlaubern einen Zugang zum Leben dieser&nbsp; Meerestiere.</div><h3>Die Schweinswale von Sylt</h3><div>Rettungsschwimmer, die am belebten Weststrand von&nbsp;<a href="https://mobil.deutschebahn.com/region/nord/nordseekueste/weststrand-listsylt">Sylt</a> ihren Dienst tun, müssen immer wieder aufgeregte Badegäste beruhigen, die Haie gesichtet haben wollen. Der Grund der Panik – eine kleine, dreieckige Rückenflosse – gehört aber zu einem ungefährlichen Schweinswal. Etwa 6000 der Wale leben im Umkreis der Nordseeinsel. Ihr Vorkommen in der gesamten Nordsee wird auf 230.000 geschätzt.</div><div><br></div><div>Ein ausgewachsener Schweinswal misst von der Schwanzflosse bis zur stumpfen Schnauze etwa 1,85 Meter. Er wird 50 bis 60 Kilo schwer und im Schnitt neun Jahre alt. In Europa steht der vom Aussterben bedrohte Meeressäuger unter Naturschutz. Dennoch verenden mehr Schweinswale als Beifang in Fischernetzen als zur Welt kommen, weshalb ihre Zahl laut der&nbsp;<a href="http://www.schutzstation-wattenmeer.de/">Schutzstation Wattenmeer&nbsp;</a>immer noch zurückgeht.&nbsp;</div><div><br></div><div>Zum Schutz der Tiere wurde im Jahr 1999 ein 1240 Quadratmeter großes Areal in der Nordsee vor Sylt und Amrum zum Walschutzgebiet erklärt. Viele Muttertiere bringen hier jedes Jahr im Mai und Juni ihre Jungen zur Welt. Wissenschaftler haben festgestellt, dass die Sylter Schweinswale wandern: Im Winter halten sie sich rund um die ostfriesische Insel&nbsp;<a href="https://mobil.deutschebahn.com/region/nord/ostfriesland/borkum-dfc2234f-778d-4dd8-bf74-603158bbc6e7">Borkum</a>&nbsp;auf, erst zum Sommer kehren sie an den Weststrand zurück.</div><div><br></div><div>Dort können die Tiere sogar bequem aus dem Strandkorb beobachtet werden, weil sie so nah an die Küste schwimmen, dass sie manchmal sogar zwischen den Badegästen auftauchen. Sie sind gut zu sehen, wenn ablandiger Wind weht und das Wasser glatt und ruhig ist. Was Urlauber freut, kann für die Tiere mitunter tödlich enden: Drei- bis viermal pro Jahr werden Jungtiere von höheren Wellen mitgerissen und an Land gespült. Wer beim Strandspaziergang einen Wal sichtet, sollte dies so schnell wie möglich der Schutzstation Wattenmeer mitteilen.</div><h3>Mehr Aufmerksamkeit durch Whalewatcher-Trail</h3><div>Die Biologen Lothar Koch von der Schutzstation Wattenmeer und Matthias Strasser vom&nbsp;<a href="http://naturgewalten-sylt.de">Erlebniszentrum Naturgewalten</a>&nbsp;haben sich dafür eingesetzt, dass das Walschutzgebiet eine größere Rolle im Sylt-Erlebnis der Urlauber und im Alltag der Inselbewohner spielen soll. Auf ihr Engagement hin wurde 2016 der Pfad für Whalewatching eröffnet. Zwölf interaktive Infotafeln sind über die gesamte Westküste verteilt und geben kurzweilig Auskunft über die Schweinswale.</div>