Lübeck, Metropole der süßen Versuchung

Lübeck, das ist Marzipan, Thomas Mann und Backstein Gotik. Für viele gilt sie als Königin der Hanse. Auch ich besuche die Stadt an der Trave einmal im Jahr. Wer Lübeck besucht, muss natürlich am Holstentor gewesen sein. Kühne Städtefans stellen es auf eine Stufe mit dem Brandenburger Tor und dem Kölner Dom. Naja, ich würde es eher beim schiefen Turm von Pisa angesiedelt sehen. Der Südturm sinkt stärker in den morastigen Untergrund, als sein Gegenüber. Die beiden Türme stehen rund 1,70 Meter aus dem Lot. Wer noch den alten “Fuffi“ aus D-Mark Zeiten kennt, weiß, dass auf der Rückseite das Holstentor zu sehen war. Das Tor im spätgotischen Stil gehört zu den Überresten der Lübecker Stadtbefestigung. Seine Mauern sind bis zu 3,50 Meter dick und beherbergen heute ein Museum. Früher ging es hier ziemlich, naja, sagen wir direkt zu. Über dem Durchgang liegen Fenster, aus denen Feinde mit Pech oder kochendem Wasser übergossen wurden. Heute ist es jedoch ganz ungefährlich, soweit ich das einschätzen kann. Vielleicht ist es auch dem Schriftzug zu verdanken: CONCORDIA DOMI FORIS PAX, was so viel heißt wie “Drinnen Eintracht, draußen Friede“. Mehr unter: welt-sehenerleben