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Es war 1988, ich gerade sieben Jahre alt, als Heilbronn mir Melanie wegnahm. Ich hatte sie im Kindergarten unseres gemeinsamen Heimatorts im Hunsrück kennengelernt, in meiner Erinnerung mit Playmobilfigur in der Hand. Wir spielten viel. In der ersten Klasse saßen wir nebeneinander, und ich hoffte, dass sich am Sitzplan bis zum Abitur nichts ändern würde. Unser Haus wurde in der Nachbarschaft von Melanies Wohnung gebaut, was die Zahl gemeinsamer Spielplatzbesuche erhöhte. Kaum waren wir eingezogen, erfuhr ich: Melanies Vater werde nach Heilbronn versetzt; Melanie müsse mit in die Stadt am Neckar. Was für eine Frechheit, uns Kinder hatte keiner gefragt. Die 200 Kilometer an den Neckar schienen unüberwindbar. In der Schule suchte ich neue Sitzpartner. Heilbronn belegte ich mit einem Bann. Tatsächlich hielt er bis zu dieser Recherche.