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Vier Fakten: Wasser in Deutschland

  • 12000 ... natürliche Seen gibt es in Deutschland - der größte ist der Bodensee

  • 1000 ... Milligramm Mineralanteil muss Mineralwasser haben

  • 92 ... Prozent aller deutschen Badegewässer haben eine ausgezeichnete Qualität

  • 120 ... Liter Wasser pro Kopf verbraucht jeder in Deutschland am Tag

Mein liebstes Stück Deutschland

Die Lieblingsorte unserer Reise-Community

Hamm-Böckum-Hövel

Sie haben noch nie von Hamm-Böckum-Hövel im Ruhrgebiet gehört? Dann wird es jetzt Zeit!  Denn in dem Hammer Stadtbezirk stehen drei besonders imposante Fördertürme aus der Zeit des Steinkohle-Bergbaus. Auf dem Areal der stillgelegten Zeche Radbod ragen sie wie Kathedralen des Industriezeitalters in den Himmel. 

Ein Besuch lohnt aber auch wegen der alten Maschinenhallen. In einer von ihnen steht bis heute eine Fördermaschine von 1907, mit der die Seile des Aufzugs angetrieben wurden, der unter dem Fördergerüst in die Tiefe fuhr. Heute fördert die Zeche statt Kohle Kultur: „Kulturrevier Radbod“ nennt sich ein Kultur- und Veranstaltungszentrum auf dem Gelände.

Altenburger Land

Wer gern Karten spielt, dem ist auch Altenburg ein Begriff. In der „Skatstadt“ im Altenburger Land wurde das beliebteste Kartenspiel der Deutschen um 1820 erfunden – und die Firma ASS Altenburg produziert dort bis heute die klassischen 32 Karten auf Leinenstruktur im Plastiketui. 

Die Region rund um Altenburg ist vor allem bei Radfahrern und Wanderern beliebt: Durch die hügelige Landschaft rund um die 1000 Jahre alte Residenzstadt in Thüringen führen zahlreiche Wander- und Radwege. Die 50 Kilometer lange Tour zwischen Altenburg und Colditz etwa bietet den perfekten Mix aus Natur, Schlössern und Burgen. Die alte Reichsstraße Via Imperii verläuft aus Richtung Borna über Obstwiesen und Felder. Entlang der Strecke liegen viele hübsche Plätze für ein Picknick – oder eine Runde Skat.

Weserstrand, Minden

Von der Innenstadt bis an den Strand sind es in Minden nur wenige Schritte. Die Glacisbrücke führt hinüber zum Mindener Weserstrand an der Kanzlerweide, einer weitläufigen Rasenfläche. Der Sand für den Strand wird seit 2007 jedes Jahr frisch aus Kiesgruben aus der Umgebung geholt, aber wen stört das schon? 

Die wohl einzige Beachbar von Ostwestfalen-Lippe sorgt am Weserstrand für echtes Strandfeeling – und viele Besucher gehen von hier aus sogar in einem abgetrennten Bereich der Weser baden. Für die Kleinen ist genug Sand zum Buddeln da und für diejenigen, die nicht nur faul in der Sonne liegen wollen, gibt es ein Beachvolleyball-Feld und einen Parcours für Disc-Golf (Golfen mit Frisbeescheiben).

24 Stunden in Heilbronn

24 Stunden in ... Heilbronn

Zum ersten Mal in der Stadt? Kommen Sie mit. Unser Autor entdeckt Heilbronn.

Es war 1988, ich gerade sieben Jahre alt, als Heilbronn mir Melanie wegnahm. Ich hatte sie im Kindergarten unseres gemeinsamen Heimatorts im Hunsrück kennengelernt, in meiner Erinnerung mit Playmobilfigur in der Hand. Wir spielten viel. In der ersten Klasse saßen wir nebeneinander, und ich hoffte, dass sich am Sitzplan bis zum Abitur nichts ändern würde. Unser Haus wurde in der Nachbarschaft von Melanies Wohnung gebaut, was die Zahl gemeinsamer Spielplatzbesuche erhöhte. Kaum waren wir eingezogen, erfuhr ich: Melanies Vater werde nach Heilbronn versetzt; Melanie müsse mit in die Stadt am Neckar. Was für eine Frechheit, uns Kinder hatte keiner gefragt. Die 200 Kilometer an den Neckar schienen unüberwindbar. In der Schule suchte ich neue Sitzpartner. Heilbronn belegte ich mit einem Bann. Tatsächlich hielt er bis zu dieser Recherche.

Nun stehe ich vor dem Heilbronner Bahnhof, Straßenbahnen klingeln. Kein Stress, denke ich, 24 Stunden sind viel für einen Ort wie Heilbronn mit seinen 125 000 Einwohnern und seinen Sehenswürdigkeiten. Ein Irrtum. Schon beim ersten Programmpunkt in der Stadt verbringe ich so viel Zeit, dass mein Plan durcheinandergerät. Daran ist die experimenta schuld – außen Rubiks Würfel, innen Wissenschaftsmuseum –, in der ich mit einem Rädchen wahlweise Niesel- oder strömenden Regen erzeuge und endlich die Murmelbahn baue, von der ich als Erstklässler geträumt habe. Im Keller werden Sternenshows gezeigt, aber dort rennen viele Kinder herum, denen will ich keinen Platz wegnehmen, also gehe ich raus, spaziere zur nächsten Sehenswürdigkeit in der historischen Altstadt, zum Heilbronner Rathaus mit der dreifachen Uhr, erklimme den Hafenmarktturm, schaue ringsum und frage mich, wo Melanie in Heilbronn wohnte. Am Horizont: Schornsteine, Industrie.

Von einem Stadtführer erfahre ich, dass die Stadt Heilbronn ein „schaffiges Zentrum“ sei, zu dessen Söhnen Gottlieb Daimler und der Forscher Robert Mayer zählten. Dass lange „Lieber sich selbst geschadet als anderen geholfen“ als inoffizielles Motto der Stadt am Neckar gegolten habe und es ob all der Weltmarktführer (Handel, Maschinenbau, IT) den Geschäftsleuten so gut ginge, dass sie kein Interesse an Touristen hätten. Restaurants wie das „Pfeffer“ mit seinen köstlichen Maultaschen öffnen noch heutzutage nicht sonntags. Später treffe ich den Künstler Philipp Kionka, der versucht, mit Kreativen buntes Leben in diese Gemütlichkeit zu implantieren. Ob Melanie in seinem Kreativzentrum abhing?

Dann sitzt sie vor mir, am Neckarufer, und grinst: Melanie, MEINE Melanie. Ich erschrecke, kichere dann für zwei Stunden wie ein Teenager. Das Heilbronner Stadtmarketing habe sie ausfindig gemacht, höre ich. Wir fahren in den „Besen“, eine Winzerwirtschaft über der Stadt, trinken Wein, vergessen beim Schwätzen fast die Käsespätzle vor uns. Melanies Lachen klingt wie damals in der ersten Klasse. Mein Herz hüpft herum und ich befreie Heilbronn von meinem Bann.

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