Das Mittelrheintal ist UNESCO-Welterbe – und ganz besonderes Terrain für die Bahn. Um ihre Strecken vor Steinschlag zu schützen, beobachtet die DB die steilen Hänge aus dem Hubschrauber.

© Christoph Papsch
Mit dem Hubschrauber überprüft Prof. Bernhard Fröhlich die Steilhänge im Mittelrheintal.
Um seine Aussicht ist Professor Bernhard Fröhlich zu beneiden – um die übrigen Begleitumstände seiner luftigen Exkursion über Loreley, Schloss Stolzenfels und Burg Pfalzgrafenstein nicht. Die Rotoren knattern und von rechts schlägt eiskalter Wind durch die offene Tür des Hubschraubers. Fröhlich ist bekleidet wie ein Antarktisforscher, während er ein Foto nach dem anderen schießt, 5000 insgesamt. »Wenn man nachmittags landet, fühlt man sich noch eine Stunde wie tiefgefroren«, sagt der 62-jährige Ingenieur des Baugrundinstituts in Limburg. »Für den Job braucht man zu Hause einen guten Kachelofen.«
Fröhlichs Aufgabe: Im Auftrag der DB Netz AG begutachtet er die steilen Hänge an den Ufern von Rhein, Mosel und Saar: »Diese Hangbefliegungen müssen wir im Winter machen, wenn die Bäume kein Laub tragen.« Dann kann der Experte aus der Luft erkennen, ob sich etwa Risse in den Felsen gebildet haben. »Akuten Handlungsbedarf haben wir bei unseren Flügen nicht gesehen«, berichtet er. Viele Abschnitte sind bereits gesichert, beispielsweise mit Netzen und Fangzäunen, in Ausnahmefällen spritzt man auch Beton in einzelne Felsnischen. Diesen Winter war es bereits die vierte Hangbefliegung, die Professor Fröhlich seit 2002 im Auftrag der DB Netz AG unternahm.



