Umweltretter

Wenn andere das Schiff verlassen, gehen sie an Bord. Die Bergungs­experten von Svitzer Salvage brauchen jede Menge logistisches Know-how.

Rettung organisieren: Manchmal müssen die Spezialisten von Svitzer Salvage Schiffe aus spektakulären Not­situationen bergen.

Die Bilder, die im Flur des ersten Stocks in der Zentrale von Svitzer Salvage in Ijmuiden vor den Toren Amsterdams hängen, wurden von Kindern gemalt. Eines zeigt ein Schiff, über dem ein Hubschrauber kreist, an Deck laufen Strichmännchen herum. »Danke, dass auf unseren Strand kein Öl gekommen ist und wir dort weiter spielen können«, steht darunter, geschrieben vom achtjährigen Tim.

An einem trüben Oktobertag 2011 läuft ein 236 Meter langes Containerschiff im Südpazifik auf ein Korallenriff. Eine gute Stunde später weiß Bram Y. C. Sperling von dem Unfall, der sich gut 18 000 Kilometer von seinem Büro entfernt ereignet hat. Der Versicherer des Schiffes hatte den Bergungsinspekteur von ­Svitzer Salvage informiert. »Es war sofort klar, dass dies ein sehr schwerer Fall sein würde«, erinnert sich Sperling.

100 Rettungsaktionen jährlich

Ohne zu zögern, alarmiert er seinen Kollegen in Australien und sichert sich den Zugriff auf Schlepper, Leichter und Kräne. Noch am Abend des Unfalls geht ein Erkundungsteam von Svitzer an Bord des havarierten Schiffes. Zwei Tage später erteilt der Eigner den offiziellen Auftrag zur Bergung des Schiffes. Bis dahin hatte
die Firma auf eigenes Risiko gehandelt. »Manchmal«, sagt Sperling, »muss man sofort reagieren.«

Ob ein Schiff ein Riff rammt oder mit einem anderen Schiff kollidiert, ob ein Feuer ausbricht, die Ladung verrutscht oder explodiert – rund 100 Rettungsaktionen werden nach Angaben der »International Salvage Union« (ISU), dem internationalen Bergungsverband, alljährlich auf hoher See durchgeführt. 95 Prozent der Unfälle gehen auf menschliches Versagen zurück, durch Fehler im Maschinenraum oder auf der Brücke. Den Markt, der laut ISU jährlich 600 Millionen US-Dollar umsetzt, dominieren vier große Firmen: Smit und Mammoet aus den Niederlanden, die US-Firma Titan sowie Svitzer, eine Tochter der dänischen Maersk-Gruppe.

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