
© Thomas Ernsting/Siemens AG
Strom aus der Tiefe: Für Wartungsarbeiten am Gezeitenströmungskraftwerk SeaGen wird der Doppelrotor am Mast hochgefahren.
IWES-Forscher Jochen Bard spricht über solche Entwicklungen aber mit großem Ernst, auch wenn diese neuen Konzepte von einem wirtschaftlichen Betrieb noch weit entfernt sind. Es gehe momentan darum, die großen technischen Potenziale zu ergründen und praxisreif zu machen, mit denen aus den Meeresenergien in fünf oder zehn Jahren Strom gewonnen werden kann. Angepasst an die jeweilige geografische Gegebenheit könnten dann die effektivsten Anlagen gebaut werden.
Gibt es angesichts der vielfältigen Perspektiven Hindernisse auf dem Weg in eine neue, nachhaltige Form der Energieversorgung? »Strom zu erzeugen ist technisch längst Routine. Auch wenn sich die Anlagen da draußen noch stark voneinander unterscheiden und wir noch einige Erfahrungen mit Bau und Betrieb von Offshore-Windparks sammeln müssen«, sagt Martin Skiba. Der Engpass liegt im Transport der Energie dorthin, wo sie gebraucht wird. Das Stromnetz-Management muss so clever betrieben werden, dass es trotz schwankender Einspeisungen konstant stabil bleibt. Und mithilfe effektiver Speichertechniken muss auch dann genug Elektrizität zur Verfügung stehen, wenn über der Nordsee Flaute herrscht und die Sonne nicht scheint. »Das ist beherrschbar«, da ist sich Skiba, wie viele andere Experten, sicher.
Aber es ist auch eine der großen Herausforderungen der kommenden Jahre. Die Arbeit wird den Entwicklern, Technikern und Ingenieuren so bald nicht ausgehen – Sonnen-, Wind- und Meeresenergie sei Dank.
Kay Dohnke


