Türöffner der Moderne

Als Mitbegründer des Kubismus wurde Pablo Picasso weltberühmt. Mit einer Retrospektive des Künstlers aus fast 30 Privatsammlungen positioniert sich das Kunstmuseum Basel als Scharnier zwischen Tradition und Moderne.

Kompositionsstudie zu »Les Demoiselles d’Avignon«, 1907.

Im Gegensatz zu seiner ungebrochenen Popularität, die von Anfang an zu einer Flut von Reproduktionen in Form von T-Shirts mit Stierkämpfer, Espressotasse mit Harlekin und Mousepad mit Friedenstaube geführt hat, war Pablo Picasso für die akademische Welt bis vor wenigen Jahren nur von begrenztem Interesse.

»Man forschte zwar viel über ihn als zentralen Vertreter des Kubismus«, sagt Anita Haldemann, eine der zwei Kuratorinnen der Schau in Basel [17.3.–21.7.], »es gab aber immer große Vorbehalte, weil er den letzten Schritt in die Abstraktion nie gegangen ist.«

Dass sich seit Kurzem wieder Kunsthistoriker weltweit intensiv mit dem spanischen Maler, Grafiker und Bildhauer [1881–1973] beschäftigen, habe mit einer Neubewertung seines Werks zu tun. »Seit der Rückkehr des Figurativen in der zeitgenössischen Kunst wird auch der figürliche Picasso in seiner Scharnierfunktion wieder ernst genommen: als jemand, der zwar nie mit der Tradition brach – wie etwa Wassily Kandinsky dies tat –, der sich aber bis in sein Spätwerk hinein daran abgearbeitet hat, zum Beispiel an Cranach und Rembrandt!«

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