Filmaufnahmen

Tierisch gespielt

Manchmal übernehmen sie die Hauptrolle, manchmal sind sie unauffällige, natürliche Nebendarsteller: Wie auch immer Tiere in Film und Fernsehen agieren – zuvor muss emsig trainiert werden.

»Hühnerschubser«: Filmtiertrainer Marco Heyse [rechts] und sein Kollege Robin Hausberg.

»Einsatz der Hühnerschubser«, knurrt Jan Fedder liebevoll spöttisch, als seine gefiederten Schauspielerkolleginnen auf das Filmset von »Neues aus Büttenwarder« getragen werden. Hier, in der Nähe von Trittau in Schleswig-Holstein, ist ein komplettes Dorf im Ausnahmezustand, wenn neue Folgen der Kult-Comedy-Serie gedreht werden. Die »Hühnerschubser«, das sind Marco Heyse und sein Assistent Robin Hausberg.

Tiertrainer Heyse schnappt sich nun Pünktchen, ein weißes Huhn mit schwarzen Flecken, aus dem Transportkorb, setzt es auf einen Heuhaufen, hinter dem er sich sogleich duckt. In dieser Kulisse spielt die nächste Szene mit Brakelmann [Jan Fedder] und Adsche [Peter Heinrich Brix] vor ihrem improvisierten Hofcafé. »Ruhe, bitte«, sagt der Aufnahmeleiter so sachte, als spräche er mit sich selbst. »Und: Action.« Kamera läuft, die Tonangel schwebt über Pünktchen. Doch die gibt sich völlig ungerührt, trotz des bedrohlich über ihrem Kopf baumelnden Mikrofons, pickt munter an den Halmen herum, schlägt kurz mal mit den Flügeln – ihre Position aber verlässt sie nicht.

Der Dr. Doolittle von Büttenwarder

Gut gemacht. Schon ist die Szene im Kasten, keine Wiederholung nötig. Dieses Huhn ist ein Profi. Darauf wird im Filmmetier viel Wert gelegt. Denn Tiere vor der Kamera können immense Mehrkosten bedeuten, blank liegende Nerven und schlechte Stimmung. Tiere lesen nun mal keine Drehbücher, ihr Einsatz, ihre schauspielerische Leistung, das, was sie uns zeigen sollen, muss sich ihnen durch den Menschen vermitteln. Jemand muss es ihnen übersetzen.

Der Dr. Doolittle von Büttenwarder ist Marco Heyse. Der gelernte Tierpfleger und Hundetrainer ist Inhaber der Firma ABC-Tiertraining und ein alter Hase in diesem Geschäft – seit 15 Jahren werden er und seine Tiere für Filmproduktionen engagiert. Und der 39-Jährige weiß ziemlich genau, wie er für seine Arbeit Punkte sammeln kann: »Alles muss möglichst easy funktionieren. Das setzt mich schon ziemlich unter Druck, aber bisher löste sich immer alles zum Guten.« Wie das gelingt?

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