Comedy

Nicht zu fassen

Er besitzt ein feines Gespür für Menschen und ihr Verhalten, schaut sich Bewegungen und Sprache ab. Lässt sich hinter dem vielseitigen Komiker ein bisschen Bastian Pastewka entdecken?

»Manche Bewegungen bleiben urplötzlich an mir haften«, sagt Bastian Pastewka.

Wenn er einen anschaut, sieht man sich selbst plötzlich von außen. Hängt man hier etwas sonderbar im Sessel? Warum fühlen sich die Arme, die man doch immer so aufstützt, jetzt zu lang an? Ist das verständnisvolle Nicken, während er antwortet, allzu verständnisvoll?

Bastian Pastewka ist ein Menschenbeobachter, ein Situationssezierer. Er filtert, was er sieht, und lässt es in seine Figuren tröpfeln. So passiert es, dass er mit »Pastewka« – jener Serie, in der er einen Comedian spielt, der seinen Namen trägt – Geschichten von nebenan erzählt, die man aus dem eigenen Leben kennt. Mit dem Unterschied: Über »Pastewkas« Missgeschicke kann man akut lachen, während die eigenen eine Zeit lang brauchen, bis sie ihren humorvollen Durchbruch erreichen.

Am Vorabend unseres Treffens war das Abschlussfest der Dreharbeiten zur sechsten Staffel. Bastian Pastewka entschuldigt seine müden Augen, wirkt aber hellwach. Er redet schnell und ausführlich. Und lässt einen dabei nicht aus dem Blick.

Gerade haben Sie die sechste Staffel »Pastewka« abgedreht. Wenn man sich das Bonusmaterial älterer Folgen ansieht, staunt man, dass vor lauter Gelächter überhaupt etwas zustande kommt.

Richtig, aber dem gegenüber stehen die Momente, in denen wir uns richtig ärgern, dass wir eine Einstellung verpatzt haben, weil wir lachen mussten. An manchen Tagen lastet so ein Zeitdruck auf dem Team vor und hinter den Kameras, dass wir uns kaum in die Augen gucken oder ich mit einer Handbewegung jemanden wegscheuche, weil ich mich gerade konzentrieren muss. Das ist nicht schön, da nehmen wir uns abends dann noch mal in die Arme und entschuldigen uns für den rauen Umgangston.

Manchmal ist also Schluss mit lustig?

Ich kriege mich an solchen Tagen aber auch schneller wieder in den Griff. Es passiert manchmal, dass man sich vor lauter Spaß an der Sache vereiert. Wir proben intensiv. Ich mag nichts Zufälliges im Genre Komödie. Zufälliges fällt immer unangenehm auf.

Sind Sie ein Perfektionist?

Nein. Aber ich brauche eine gute Vorbereitung. Ich schüttele nichts spontan aus dem Ärmel. Am längsten probe ich mit komplizierten Requisiten. Für »Pastewka« beispielsweise habe ich zuletzt ewig mit einem Wurfzelt rumprobiert.

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