Mitgebracht aus … Warmsen

Auf dem Hof der Familie Bartold lebt eine seltene Ziegenart. Aus ihrer Milch wird besonders hautpflegende Seife hergestellt.

Reinigt, pflegt und sieht aus wie geschnittenes Sahneeis: Seife aus Ziegenmilch.

Sie heißen Mabel, Debbie oder Josephine, und sie könnten ziemlich stolz sein. Denn sie liefern die Milch für eine Seife, die ganz fein schäumt und eine Offenbarung ist für die Haut. Unter anderem, weil die Milch der Anglo-Nubier-Ziege besonders viel Vitamin A und E enthält und ihr Milchfett die Haut beruhigt. Aber die Ziegen sind offensichtlich gar nicht erpicht darauf, sich Autogrammkarten drucken zu lassen. Sie zupfen viel lieber frisches Grün auf den Kräuterwiesen, die zum Ziegenhof von Konstanze und Dieter Bartold im Landkreis Nienburg Weser gehören.

»Wir haben hier 30 Ziegen und sechs Böcke«, erzählt Konstanze Bartold und betont, dass die Anglo-Nubier-Ziege etwas ganz Besonderes ist: »Sie wurde in Großbritannien gezüchtet und hat sich durch Kreuzung mit der ägyptischen Zaraibi-Ziege entwickelt. In Deutschland kommt sie nur in kleinen Beständen vor.«

Früher wurde die Seife gekocht

Sie ist enorm fruchtbar und gibt mit bis zu 700 Litern pro Jahr sehr viel Milch, die auch noch besonders reich an Spurenelementen und Mineralstoffen ist. »Auch der Butterfett- und Eiweißgehalt ist sehr hoch.« Konstanze Bartold fertigt ihre rein natür­lichen Seifen in einem schonenden, aufwändigen Verfahren: »Früher wurde die Seife gekocht. Ich rühre die Milch mit Lauge an, dann wird angewärmtes Öl eingerührt, bis sich die Masse verfestigt.«

Hinzu kommen natürliche Duftstoffe und Shea- oder Kakaobutter. Verkauft werden die 15 Sorten auf den umliegenden Märkten und direkt auf dem Hof. »Ein Stück, etwa 140 bis 150 Gramm, kostet 5,95 Euro.« Da kann man wirklich nicht meckern – es sei denn, man heißt Mabel, Debbie oder Josephine.

Constanze Kleis