Mitgebracht aus … Schöneiche

In dem Brandenburger Örtchen ist jede Straße eine Allee – eine grüne Idylle. Richtig süß ist Schöneiche aber, weil hier in Handarbeit Zucker mit Bioblüten aromatisiert wird.

Blumen oder Süßes mitbringen? Mit dem Blüten­zucker schenkt man beides.

Betritt man das ehemalige Postamt der »Waldgartenkultur- gemeinde« Schöneiche, strömt einem intensiver Blumenduft in die Nase. Hier in der Manufaktur von Blythen stellt die ausge­bildete Aromaexpertin Martina Kabitzsch in liebevoller Handarbeit Produkte aus Blüten her. Darunter ist auch feinster Blütenzucker. Getrocknete Blüten in Bioqualität von Rose, Lavendel und Orange werden verrieben und unter Rohrohrzucker gemengt [180 Gramm: 8,90 Euro]. Der Zucker nimmt das Aroma an und verleiht Tee, Joghurt oder Gebäck eine blumige, krautige oder honigsüße Note.

»Mein Tipp: Rosenzucker über frische Erdbeeren oder Obstsalat streuen. Schmeckt herrlich!«, sagt Kabitzsch. Seit 15 Jahren kreiert sie in ihrer Manufaktur Spezialitäten mit Blumen. Darunter sind Klassiker wie Likör, Essig, Honig oder Sirup, aber auch Herzhaftes wie Aufstrich, Senf oder Marinade, die etwa mit Holunder, Veilchen oder Jasmin verfeinert sind. Sogar die Blüten selbst kann man essen, zum Beispiel als Salat.

Auch wenn diese Geschmackskreationen vielleicht ungewöhnlich wirken, gehen sie auf eine alte Tradition zurück. »Im Mittelalter war es sehr verbreitet, mit Blüten zu kochen. In der orientalischen oder asiatischen Küche ist das von jeher üblich. Ich möchte diese ursprüngliche Esskultur wieder bekannter machen«, sagt die Aro­-ma-Fachfrau. Wer in der Manufaktur vorbeischaut, bekommt mit etwas Glück Kost­barkeiten wie Veilchengelee, Dahliensirup oder Schlehenlikör, die je nach Saison nur limitiert im Laden erhältlich sind. Und wer nicht weiß, ob er lieber Blumen oder Süßes mitbringen soll, schenkt mit dem Blüten­zucker beides. 

Ariana Zustra