Die Stadt in der Sächsischen Schweiz liegt malerisch an der Elbe. Hier baut eine kleine Manufaktur die Raddampfer der berühmten »Weißen Flotte« nach. Im Matchbox-Format für zu Hause.
»Liebling, sie haben die Dampfer geschrumpft!«, möchte man entzückt ausrufen: Diese filigrane Reling, der Mini-Schornstein, klitzekleine Rettungsringe und dazu ein Fähnchen, so winzig, dass es auf ein Käsehäppchen passt – den Raddampfer-Miniaturen, die im sächsischen Königstein in Handarbeit und mit viel Liebe zum Detail hergestellt werden, fehlt es an nichts. Nur so wird man den Klassikern der berühmten »Weißen Flotte« gerecht. Immerhin handelt es sich um die größte und älteste Raddampferflotte der Welt, die hier nachgebaut wird.
Die neun großen Raddampfer, gebaut zwischen 1879 und 1929, sind allesamt als technische Denkmäler geschützt. Noch heute tun sie täglich ihren Dienst auf der Elbe – mit fröhlich winkenden Passagieren, denen vor lauter Sehenswürdigkeiten entlang der Flussufer der Mund gar nicht mehr zugehen will: die Brühlsche Terrasse, Schloss Pillnitz, die Festung Königstein und natürlich die Sächsische Schweiz – ein Kultur- und Landschaftserlebnis ersten Ranges.
Als schöne Erinnerung kann man sich so ein Schiff im Miniformat in die heimische Wohnzimmervitrine stellen. Die Modell-Raddampfer-Manufaktur fertigt seit fünf Jahren alle neun historischen Raddampfer, im Maßstab 1:400, befestigt auf einem Sandsteinsockel. Mit Engelsgeduld, Fingerspitzengefühl, Pinzette und Lupe. »Für so ein Schiff braucht man ungefähr einen Tag«, sagt Lothar Michel, einer der Modellbauer. Die Serie erhielt bei den Deutschen Meisterschaften 2008 im Schiffsmodellbau die Goldmedaille.
Zum 175. Jubiläum des ersten Dampfschiffs, der »Königin Maria«, gibt es zurzeit auch hiervon eine Miniatur. Eine Besonderheit, limitiert auf 175 Stück, mit Seriennummer und Zertifikat. »Die ›Königin‹ muss man vorbestellen. Alle anderen Modelldampfer kann man gleich mit nach Hause nehmen«, sagt Lothar Michel.
Birgit Hamm




